• Carsten Reineke

Berechnung Nichtrückkehrtage (DBA Schweiz)

Aktualisiert: 25. Mai 2019

Ein Grenzgänger in die Schweiz unterliegt grundsätzlich der Besteuerung in Deutschland.


Das gilt aber dann nicht, wenn er an mehr als 60 Tagen im Kalenderjahr berufsbedingt nicht an seinen Wohnort zurückkehrt. Berufsbedingt ist die Nichtrückkehr, wenn Sie nicht möglich oder nicht zumutbar ist.


Als Folge werden die Einkünfte des Arbeitnehmers grundsätzlich dort besteuert wo er tätig ist (Tätigkeitsort), z.B. das Gehalt eines deutschen Arbeitnehmers, der ausschließlich in der Schweiz (für einen schweizer Arbeitgeber) tätig wird, wird in der Schweiz besteuert.


Wie werden aber diese Nichtrückkehrtage berechnet, wenn der Arbeitnehmer erst im Lauf des Jahres Grenzgänger geworden ist oder nur in Teilzeit in der Schweiz arbeitet?



Arbeitsaufnahme im Lauf des Jahres


Wird die Grenzgängertätigkeit erst im Lauf des Jahres aufgenommen, dann wird für die Berechnung der Grenze für jeden vollen Monat der Tätigkeit im Kalenderjahr fünf Tage und bei nicht vollen Monaten ein Tag je Woche angenommen.


z.B. bei Tätigkeitsbeginn zum 24.06.2019:


Ein Tag für die Woche 24. bis 30.06.2019 und 5 x 6 Tage für die Monate Juli bis Dezember, insgesamt 31 Tage.


Damit die Grenzgängereigenschaft entfällt müsste eine Nichtrückkehr also an 32 oder mehr Tagen erfolgen.



Teilzeittätigkeit


Bei Teilzeittätigkeiten unterscheidet man zwischen stundenweiser Tätigkeit (z.B. je 4 Stunden an 5 Tagen in der Woche) und tageweiser Tätigkeit (z.B. an 4 Tagen in der Woche).


Bei stundenweiser Tätigkeit bleibt es bei den 60 Tagen, wie bei Vollzeittätigkeit.

Bei tageweiser wird das Verhältnis von den jährlichen Arbeitstagen lt. Arbeitsvertrag und den berufsüblichen Arbeitstagen bei Vollzeittätigkeit berechnet und auf die 60 Tage angewendet.


Berufsüblich sind bei einer 5-Tage-Woche 250 Tage im Jahr. Urlaubstage werden aus Vereinfachungsgründen bei beiden Werten nicht berücksichtig.

Z.B. bei Tätigkeit lt. Arbeitsvertrag an 4 Tage in der Woche (also 200 Tage im Jahr ohne Urlaub)


60 Tage * 200 Tage Teilzeit lt. Vertrag / 250 Tage Vollzeitbeschäftigter = 48 Tage


Damit die Grenzgängereigenschaft entfällt müsste eine Nichtrückkehr also an 49 oder mehr Tagen erfolgen.



Mehrere Beschäftigungsverhältnisse


Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen sind die Nichtrückkehrtage bei jedem Arbeitsverhältnis getrennt zu beurteilen.


Nichtrückkehrtage sind dem jeweiligen Arbeitsverhältnis nach ihrer überwiegenden Veranlassung zuzuordnen.


Nichtückkehrtage können also nicht mehrfach berücksichtigt werden.


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