• Carsten Reineke

Neuregelung bei der Umsatzsteuer im e-commerce (Onlinehandel) beschlossen

Aktualisiert: 13. März 2019


Neuregelung Onlinehandel

Plattformen (Betreiber eines elektronische Marktplatzes / Martkplatzbetreiber) wie Amazon oder Ebay haften zukünftig für die Umsatzsteuer, wenn Ihnen keine Bescheinigung des Finanzamt des Händlers vorliegt, dass dieser für die Umsatzsteuer in Deutschland registriert ist (§§ 22f und 25e UStG). Die Regelung gilt vom 01.01.2019 an.


Die Bescheinigung muss vom Händler bei seinem Finanzamt beantragt werden. Mit dem Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung stimmt der Unternehmer zu, dass seine hierfür gespeicherten Daten an den Betreiber eines elektronischen Marktplatzes weitergegeben werden. Diese können dann vom Marktplatzbetreiber über das Bundeszentralamt für Steuern elektronisch abgerufen werden.


Die Plattformen werden daher nur noch Händler akzeptieren, die eine solche Bescheinigung vorlegen.


Unternehmer ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt, Sitz oder Geschäftsleitung in Deutschland / der EU oder dem EWR müssen spätestens mit der Antragstellung einen Empfangsbevollmächtigten im Inland (§ 123 der Abgabenordnung) benennen. Ein Beispiel für ein Formular um einen solchen Empfangsbevollmächtigten zu benennen, finden Sie z.B. hier. Link


Das Formular für den Antrag finden Sie hier: Link Das Antragsformular finden Sie auf Seite 3.


Ab wann die Daten und Bescheinigungen beim Bundeszentralamt tatsächlich durch die Marktplatzbetreiber elektronisch abgefragt werden können, wird das Bundesfinanzministerium noch mitteilen. Bis dahin sollen die Bescheinigungen in Papierform erteilt werden. 


Für die Haftung gilt eine "Schonfrist" bis zum 01.03.2019 bei Drittlands Unternehmen und bis zum 01.10.2019 bei inländischen und EU / EWR Unternehmen. Nach einem BMF-Schreiben vom 21. Februar (Link) wird es bis zum 15. April 2019 nicht beanstandet, wenn dem Marktplatzbetreiber, der bis zum 28. Februar 2019 gestellte Antrag auf die Bescheinigung, statt der Bescheinigung, vorgelegt wird.


Inzwischen gibt es ein BMF-Schreiben zu diesem Thema (vom 28. Januar 2019 - Link). Neben Erläuterungen, die insbesondere die Marktplatzbetreiber betreffen, enthält das Schreiben auch Erläuterungen für die Onlineshops. Hierzu gehören insbesondere folgende Klarstellungen:


  • Die Bescheinigung beinhaltet nur die Bestätigung das der Steuerpflichtige für die Umsatzsteuer in Deutschland registriert ist, keine Bestätigung, dass dieser auch seine steuerlichen Pflichten (Abgabe der Voranmeldungen / Erklärungen und Zahlung der Umsatzsteuer) erfüllt. Daher bedeutet die Vorlage einer Bescheinigung bei einem Marktplatzbetreiber nicht, dass dieser nicht den Onlineshop des Steuerpflichtigen sperrt, wenn das Finanzamt den Marktplatzbetreiber informiert, dass der Shopbetreiber seine steuerlichen Pflichten nicht erfüllt.

  • Die Bescheinigung ist nicht notwendig, wenn der Onlineshop keine steuerbaren Lieferungen in Deutschland ausführt, z.B. bei Direktlieferungen aus dem Drittland, Lieferungen unterhalb der Lieferschwelle aus anderen EU-Staaten an Privatkunden in Deutschland, innergemeinschaftliche Lieferungen aus anderen EU-Staaten an Unternehmer in Deutschland.

  • Die Bescheinigung wird nur ausgestellt, wenn der Unternehmer aus Drittstaaten einen deutschen Empfangsbevollmächtigten bestellt. Dabei muss es sich nicht um einen zur unbeschränkten Hilfeleistung in Steuersachen Bevollmächtigten (z.B. Steuerberater") handeln.




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