• Carsten Reineke

Kleinunternehmer und Ausland - Einkauf von Dienstleistungen

Aktualisiert: 10. Juli 2019


Hallo und willkommen zum Thema Einkauf von Dienstleistungen aus dem Ausland durch Kleinunternehmer.


Dieses Thema ist für Kleinunternehmer besonders wichtig, weil sich hier schnell unerwartet Kosten ergeben können.


Auch beim Einkauf von Dienstleistungen gelten grundsätzlich für Kleinunternehmer die gleichen Regelungen wie für Unternehmer, die die Kleinunternehmerregelung nicht anwenden.


Bei Dienstleistung, die durch andere Unternehmer im Ausland erbracht werden und an einen inländischen Unternehmer, auch Kleinunternehmer ausgeführt werden, gelten meist als in Deutschland erbracht.


Diese Dienstleistungen unterliegen der deutschen Umsatzsteuer.


Die Umsatzsteuer muss aber nicht vom ausländischen Unternehmer angemeldet werden, sondern vom Käufer. Auch dies gilt ebenfalls für Kleinunternehmer.


Ist der Käufer zum Vorsteuerabzug berichtigt, kann er die Umsatzsteuer in der gleichen Umsatzsteuer-Voranmeldung wieder abziehen. Es ergibt sich also keine Nettozahlung.


Kleinunternehmer sind aber nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Es ergibt sich also eine netto Umsatzsteuerschuld für den Kleinunternehmer.


Bei Kleinunternehmer sind Einkäufe von ausländischen Unternehmern häufig z.B. Onlinewerbung (Facebook, Google Werbung) oder Software z.B. Office356




Zum Beispiel:


Der Kleinunternehmer K schaltet Onlinewerbung bei einem im Ausland ansässigen Unternehmen.


Der ausländische Unternehmer stellt eine Rechnung über EUR 500 (ohne Ust Ausweis)

Der K schuldet aus der bezogenen Leistung Umsatzsteuer i.H.v. EUR 95


Er kann die Umsatzsteuer aber nicht als Vorsteuer abziehen.


Also betragen die Kosten für den Kleinunternehmer für die Werbung EUR 595.




Wenn er solche Dienstleistungen einkauft, muss der Kleinunternehmer:


Für das betreffende Quartal eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben.


In Quartalen, in denen keine Dienstleistungen eingekauft werden, muss aber auch keine Voranmeldung abgeben werden.


Außerdem muss eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgeben werden.


In der Umsatzsteuer-Voranmeldung muss ein Einkauf aus anderen EU-Staaten in Zeile 48, Kennziffer 46 und 47


In anderen Fällen, z.B. beim Einkauf aus nicht EU-Staaten

In Zeile 50, Kennziffer 84 und 85 eingetragen werden.


In der Umsatzsteuer-Jahreserklärung muss der Einkauf aus anderen EU-Staaten in Zeile 100, Kennziffer 846 und 847 erfasst werden.


In anderen Fällen, z.B. beim Einkauf aus nicht EU-Staaten, muss dieser in Zeile 102, Kennziffer 877 und 878, erfasst werden.


Zum Schluss noch ein Hinweis:


Der leistende Unternehmer (also der Unternehmer, der die Dienstleistung erbringt) muss in seiner Rechnung auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers hinweisen


Ein fehlender Hinweis ändert aber nicht an der Steuerschuldnerschaft des Käufers.


Vielen Dank und bis zum nächsten Mal







#Kleinunternehmer #Umsatzsteuer #Ausland

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