• Carsten Reineke

unechter Grenzgänger - Einzelveranlagung besser?


Hallo und willkommen,


heute habe ich mal wieder einen kurzen Praxisfall zum Thema unechte Grenzgänger und Ehegattenveranlagung und wieso dabei eine Einzelveranlagung statt einer Zusammenveranlagung (Ehegattenveranlagung) besser sein kann.


Einer der Ehegatten arbeitete in der Schweiz und übernachtete dort unter der Woche, da der Heimweg nach Deutschland zu weit gewesen wäre. Da Grenze von 60 Nichtrückkehrtage überschritten wurde, war die Grenzgängerregelung nicht anzuwenden und das Gehalt wurde in der Schweiz besteuert. Das Gehalt dieses Ehegatten betrug deutlich mehr als das des anderen, der in Deutschland arbeitete und Einkünfte nur in der Nähe des Grundfreibetrages erzielte (EUR 9.168 in 2019).


Die Ehegatten gaben wie in den Vorjahren (vor der Aufnahme der Tätigkeit in der Schweiz) eine gemeinsame Einkommensteuererklärung ab.


Dies hatte zur Folge, dass sich aufgrund des Progressionsvorbehalts eine größere Einkommensteuernachzahlung ergab.


Hätten die Ehegatten die Einzelveranlagung gewählt, wäre die deutsche Einkommensteuer (fast) EUR 0 gewesen, da sich der Progressionsvorbehalt beim Ehemann mangels steuerpflichtiger Einkünfte nicht ausgewirkt hätte.


Im vorliegenden Fall konnte noch Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt und die Einzelveranlagung beantragt werden.


Besonders, wenn die in Deutschland steuerpflichtigen Einkünfte eines Ehegatten deutlich geringer sind, als die des in der Schweiz tätigen Ehegatten, kann die Einzelveranlagung also die günstigere Wahl sein.


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